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HPV – Humane Papillomviren

Humane Papillomviren (HPV) sind sehr häufige Viren, die vor allem durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt beim Sex übertragen werden. Eine Übertragung ist bei vaginalem, analem und oralem Sex möglich – aber auch durch engen genitalen Hautkontakt ohne Penetration.

HPV kann die Haut und Schleimhäute an verschiedenen Körperstellen infizieren, unter anderem an Anus, Penis, Vulva, Vagina, Mund und Rachen. Auch die Finger können betroffen sein.

Eine Übertragung über gemeinsam benutzte Handtücher ist nicht der typische Übertragungsweg und im Alltag von deutlich geringerer Bedeutung als direkter Haut- und Schleimhautkontakt.

Es gibt inzwischen mehr als 200 bekannte HPV-Typen. Sie werden unter anderem danach eingeteilt, ob sie ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Krebsvorstufen und Krebs haben.

Low-Risk- und High-Risk-HPV
Low-Risk-HPV-Typen wie HPV 6 und 11 können Genitalwarzen (Kondylome, Condylomata acuminata) verursachen. Diese zeigen sich meist als kleine, hautfarbene oder rötliche, warzenartige Veränderungen.
Genitalwarzen sind in der Regel gutartig und nicht gefährlich, können aber unangenehm sein und auf andere Menschen übertragen werden.
High-Risk-HPV-Typen wie HPV 16 und 18 können dagegen zu Zellveränderungen und Krebsvorstufen führen. Bleiben bestimmte hochgradige Zellveränderungen über längere Zeit bestehen und werden nicht behandelt, kann daraus Krebs entstehen. Besonders bekannt ist das Gebärmutterhalskarzinom (Zervixkarzinom). High-Risk-HPV kann aber auch an anderen Körperstellen zur Entstehung von Krebs beitragen, beispielsweise im Bereich von Anus, Penis, Vulva, Vagina und Mund/Rachen.

Wichtig: Eine Infektion mit einem High-Risk-HPV-Typ bedeutet nicht, dass man Krebs bekommen wird. Die meisten HPV-Infektionen verschwinden innerhalb von Monaten bis wenigen Jahren von selbst wieder.

HPV kann unbemerkt bleiben
Eine HPV-Infektion verursacht häufig gar keine Beschwerden. Es entstehen weder Warzen noch andere sichtbare Veränderungen. Man spricht dann von einer asymptomatischen HPV-Infektion. Betroffene können das Virus trotzdem weitergeben.

Untersuchung und Früherkennung
Da HPV-Infektionen sehr häufig sind und meist von selbst wieder verschwinden, muss eine symptomlose HPV-Infektion nicht grundsätzlich behandelt werden. Wichtig sind jedoch die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere zur Früherkennung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals. In Deutschland gilt für gesetzlich versicherte Personen mit Gebärmutterhals:
20–34 Jahre: jährliche Untersuchung mit Zellabstrich (Pap-Test).
Ab 35 Jahren: alle drei Jahre eine Kombination aus HPV-Test und Zellabstrich (Ko-Test).
Bei auffälligen Befunden können zusätzliche Untersuchungen oder eine engmaschigere Kontrolle notwendig sein.

Auch Menschen ohne Gebärmutterhals können HPV-bedingte Erkrankungen entwickeln. Für bestimmte Personengruppen können deshalb je nach individueller Situation weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

Behandlung
Eine HPV-Infektion selbst lässt sich nicht mit einem Medikament „wegbehandeln“. In den meisten Fällen beseitigt das Immunsystem die Infektion von selbst. Genitalwarzen können dagegen behandelt werden, wenn sie Beschwerden verursachen, sich vermehren oder aus anderen Gründen entfernt werden sollen. Welche Behandlung geeignet ist, besprechen wir mit euch.

Mögliche Behandlungen sind beispielsweise:
- Cremes oder Lösungen, die auf die Kondylome aufgetragen werden
- Kryotherapie (Vereisung)
- Laserbehandlung
- chirurgische Abtragung
- Thermotherapie/Elektrokoagulation

Welche Methode sinnvoll ist, hängt unter anderem von Anzahl, Größe und Lage der Kondylome ab. Je nach Verfahren kann eine örtliche Betäubung notwendig sein. Auch nach erfolgreicher Behandlung können Genitalwarzen wieder auftreten, da HPV noch längere Zeit im Gewebe vorhanden sein kann.

Was könnt ihr selbst tun?
Es gibt einige Maßnahmen, mit denen ihr das Übertragungsrisiko reduzieren und die allgemeine Gesundheit unterstützen könnt:
- Nicht rauchen bzw. Nikotin möglichst vermeiden
- Bei bestehenden Genitalwarzen möglichst auf Rasur im betroffenen Bereich verzichten, da kleine Hautverletzungen die Ausbreitung der Warzen begünstigen können
- Eine normale Hände- und Intimhygiene beachten
- Handtücher und Intimartikel bei bestehenden Warzen nicht gemeinsam benutzen
- Kondome und Lecktücher verwenden

Wichtig: Kondome und Lecktücher bieten keinen vollständigen Schutz vor HPV, da sie nicht die gesamte Genital- oder Analregion bedecken. HPV kann deshalb auch über Hautbereiche übertragen werden, die nicht vom Kondom oder Lecktuch bedeckt sind. Eine pauschale Empfehlung, nach einer Kondylombehandlung für sechs Monate zwingend Kondome oder Lecktücher zu verwenden, gibt es nicht. Bei bestehenden oder kürzlich behandelten Genitalwarzen kann Barriereschutz aber sinnvoll sein, um das Übertragungsrisiko zu reduzieren.

Nachsorge
Bei behandelten Genitalwarzen kann eine Kontrolle nach einigen Wochen bis Monaten sinnvoll sein, insbesondere weil Kondylome wieder auftreten können. Eine routinemäßige Kontrolle einer symptomlosen HPV-Infektion nach 3–6 Monaten ist dagegen nicht grundsätzlich für alle Menschen erforderlich. Ob und wann ein HPV-Test wiederholt wird, hängt von der Körperregion, dem HPV-Typ, dem bisherigen Befund und dem individuellen Risiko ab. Bei auffälligen Zellveränderungen richtet sich die Nachsorge nach den jeweiligen Befunden und den geltenden Empfehlungen.

Wie könnt ihr euch schützen?

HPV-Impfung

Die HPV-Impfung ist die wirksamste Möglichkeit, sich vor HPV-bedingten Erkrankungen zu schützen. Sie schützt vor mehreren HPV-Typen, darunter auch Typen, die Genitalwarzen oder Krebsvorstufen verursachen können. Am besten wirkt die Impfung, wenn sie vor dem ersten sexuellen Kontakt durchgeführt wird. Aber auch wenn ihr bereits Sex hattet, kann eine HPV-Impfung noch sinnvoll sein.
Denn: Eine durchgemachte HPV-Infektion schützt nicht zuverlässig vor einer erneuten Infektion. Die Impfung schützt vor HPV-Typen, mit denen ihr euch bisher noch nicht angesteckt habt. Auch nach bereits erfolgten sexuellen Kontakten kann die Impfung deshalb noch einen Nutzen haben. Eine bereits bestehende HPV-Infektion wird durch die Impfung allerdings nicht behandelt. Die HPV-Impfung ist auch zu einem späteren Zeitpunkt grundsätzlich möglich. Ob eine Impfung sinnvoll ist und ob die Kosten übernommen werden, hängt unter anderem vom Alter und der individuellen Situation ab. Informiert euch bei eurer Krankenkasse über die Kostenübernahme und sprecht uns gerne an.

Mehr Informationen zur HPV-Impfung beim RKI

Und ganz wichtig:
Keine Scham vor STIs! ❤️HPV ist extrem häufig. Eine HPV-Infektion sagt nichts über „Sauberkeit“, Treue oder die Anzahl der Sexualpartner*innen aus.
Informiert euch, lasst Beschwerden abklären und nutzt die Möglichkeiten der Prävention. Kondome und Lecktücher können das Risiko reduzieren – die HPV-Impfung bietet einen besonders wichtigen Schutz vor HPV-bedingten Erkrankungen.

Quellen
Robert Koch-Institut (RKI): FAQ zur HPV-Impfung, aktualisiert 29.05.2026
AMBOSS: Infektion mit humanen Papillomviren, aktualisiert 30.04.2026
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Informationen zu HPV, aktualisiert 15.10.2025
Osmani V, Klug S: HPV-Impfung zur Prävention von Genitalwarzen und Krebsvorstufen – Evidenzlage und Bewertung. Bundesgesundheitsblatt, Springer Nature, 2021